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Piusbruderschaft - Aktuelle Fragen
Schisma, Exkommunikation, ungültige Beichten, Bischofsweihen. Um die aktuelle Situation der Priesterbruderschaft St. Pius X. bestehen viele Fragen und Unsicherheiten. Diese Übersicht beantwortet die häufigsten und wichtigsten Fragen in kurzer, verständlicher Form für interessierte Gläubige ohne theologisches Spezialwissen.
Der Notstand

Wie erklärt die Bruderschaft den Notstand?
Der Generalobere, Pater Davide Pagliarani, sagte in einem Interview: „Es ist traurig, dies feststellen zu müssen, aber es ist eine Tatsache: In einer gewöhnlichen Pfarrei finden die Gläubigen nicht mehr die notwendigen Mittel, um ihr ewiges Heil zu sichern. Dies betrifft insbesondere die vollständige Verkündigung der katholischen Wahrheit und Moral sowie die Spendung der Sakramente, wie die Kirche sie immer vollzogen hat. Darin besteht der Notstand.“

Sagt er damit (bzw. sagt die Bruderschaft), dass die Sakramente in den Pfarreien und nach neuen Riten ungültig seien?
Nein. Sie sagen, dass sie aus Glaubensgründen illegitim sind, aber nicht ungültig.

Worin besteht also der Notstand?
In den meisten Ortspfarreien finden die Gläubigen nicht zwangsweise die Mittel zum Heil, welche sind: 1) Vollständige Verkündigung der katholischen Lehre 2) Vollstände Verkündigung der Moral- & Sittenlehre 3) Die Spendung und Hinführung / Erklärung zu den Sakramenten 3 a) Die Spendung der Sakramente in den alten Riten
Woran kann man dies feststellen?
Stellen Sie sich eine Person vor, welche ohne Vorwissen seine Ortspfarrei besucht. Wird er die genannten Dinge hören und erkennen? Oder eher eine Verzerrung, Verfälschung und Verdrehung dieser?
Gültigkeit der Sakramente
Sind die Heiligen Messen bei der Piusbruderschaft gültig? Sind ihre Priester wirkliche Priester? Sind die neu geweihten Bischöfe gültige Bischöfe? Sind die Heiligen Messe, Letzte Ölung, Weihe & Firmung bei der Piusbruderschaft gültig?
Ja! Die Priester & Bischöfe sind gültig geweiht und spenden diese Sakramente daher gültig. Daran hat niemand ein Zweifel. Dies wird auch von Seiten Roms nicht bestritten.

Warum wird die Frage nach Beichte & Ehe davon getrennt?
Weil ein gültig geweihter Priester / Bischof die Sakramente der Messe, Firmung, Weihe, Letzte Ölung immer gültig spendet. Für Beichte & Ehe ist allerdings eine besondere Erlaubnis, die sog. „Jurisdiktion“ nötig.

Sind die Beichten bei der Bruderschaft gültig?
Ja! Papst Franziskus hat diese 2015 erlaubt. Die aktuelle Erklärung der Glaubenskongregation spricht in einer Erklärenden Note von den 1996 festgelegten Bedingungen. Diese wurden 2015 geändert. Ebenso hebt eine „Erklärende Note“ durch eine Kongregation die päpstliche Entscheidung nicht auf.
Aber davon abgesehen sah die Bruderschaft die Beichten schon vor 2015 als gültig an. Auch hier ist wichtig den aktuellen Kirchennotstand zu betrachten. Beichten werden oft nicht mehr angeboten bzw. Gläubigen wird gesagt dieses und jenes sei keine Sünde.
Das oberste Gesetz ist das Heil der Seelen. Die Kirche ersetzt zur Not eine fehlende Jurisdiktion z. B. in Todesgefahr oder im Irrtum. Ecclesia supplet („die Kirche ersetzt“). Das Kirchenrecht setzt die „Beugestrafe“, welche untersagt Sakramente zu spenden aus, wenn Gläubige sich in Todesgefahr befinden oder diese aus jedwedem gerechten Grund um die Spendung eines Sakraments bitten. (Can 1335, § 2).
Verhältnis und Verhandlungen mit Rom
Hat die Bruderschaft den Dialog mit Rom abgelehnt? Warum?
Dies wurde selbst in kirchlichen Medien immer wieder gesagt. Der Generalobere, P. Pagliarani hatte 2019 einen solchen Dialog vorgeschlagen. Dies wurde nicht angenommen. Ebenso schrieb er immer wieder Briefe, welche keine Beachtung fanden. Erst also er im Februar 26 neue Bischofsweihen ankündigte machte Rom diesen Vorschlag mit der Forderung die Weihen auszusetzen. Hierauf erklärte die Bruderschaft, dass wir selbst schon vor 7 Jahren darum gebeten haben.
Warum setzt man die Bischofsweihen nicht aus?
Seit Bestehen der Bruderschaft (1970) führte man immer wieder theologische Diskussionen. Diese scheiterten immer wieder daran, dass man die Bruderschaft aufforderte das II Vatikanische Konzil (und die Legitimität der Neuen Messe) anzuerkennen. Da sie dies nicht tut, drehten sich die Gespräche im Kreis. Außerdem hatte man desöfteren den Eindruck „hin gehalten“ zu werden. Wenn Erzbischof Lefebvre damals oder die beiden letzten Bischöfe 2026 sterben ist dies das Ende der Bruderschaft.